Ökumenischer Sozialladen e.V.

Im Auftrag der evang. Thomaskirchengemeinde führen wir den SOZIALLADEN in Aulendorf als Eine-Welt-Laden und Second-Hand-Shop. Alle im Verkauf tätigen Mitarbeiterinnen des Ladens arbeiten ehrenamtlich bzw. umsonst. Die erwirtschafteten Gewinne werden ausschließlich für soziale Projekte – vorwiegend in Aulendorf – gespendet.

 

 

 

Ladenöffnungszeiten:

Mo - Fr:  9:00 - 12:00 und 15:00 - 18:00
Sa:         9:00 - 12:00

Fair – Nachhaltig – Sozial

 

 

In dieser Folge unserer kleinen Artikelserie möchten wir zeigen, welches Konzept hinter dem Schlagwort Fairer Handel steht. Denn Fairer Handel hört nicht mit dem höheren Preis auf, sondern beginnt dort erst. Er ist ein ganzheitliches Konzept, das die gesamte Handelskette mit einbezieht.

 

Fairer Handel bedeutet:

°  Zahlung eines von den Produzenten kalkulierten Preises

°  Nicht gewinnorientiertes Wirtschaften

°  Basisdemokratische Strukturen

°  Gewährung einer zinsfreien Vorfinanzierung

°  Langfristige direkte Partnerschaften

°  Transparenz auf allen Ebenen

 

Fairer Handel garantiert:

°  Keine ausbeuterische Kinderarbeit

°  Förderung von sozialen Gemeinschaftsprojekten

°  Ausbau der Qualitätsstandards

°  Entwicklungspolitische Bildungsarbeit

 

Fairer Handel erreicht:

°  eine ganzheitliche Entwicklung in den Partnerländern

°  Ausschalten ausbeuterischer Zwischenhändler

°  Menschenwürdige Arbeitsbedingungen

°  Schaffen von Zukunftsperspektiven

°  Förderung traditioneller Handwerks-und Anbautechniken

°  Stärkung der Bevölkerung in Benachteiligten Regionen

 

Diese Zusammenstellung  haben wir aus einer Veröffentlichung des Fairhandels-Lieferanten El Puente übernommen.

In der nächsten Folge werden wir darstellen, was diese Kriterien konkret für die Im Bereich Kunsthandwerk tätigen Menschen in den Partnerländern bedeutet.

 

Christa Magauer

... nicht nur Kaffee, Schokolade oder Bananen!

Die meisten Menschen denken beim Stichwort Fair Trade hauptsächlich an Kaffee, Schokolade oder Bananen,  Diesen Fair-Handels-Produkten kann man inzwischen in den meisten Supermärkten begegnen.

Doch die Palette der fair gehandelten Waren umfasst auch eine Fülle von Kunsthandwerksprodukten, die meist nur in Weltläden und ähnlichen Geschäften angeboten werden. Zwei 

Partnerorganisationen aus den Philippinen und aus Indien möchten wir Ihnen vorstellen.                              

  

Salay Philippinen 

eröffnet vor allem Frauen in ländlichen Gegenden neue Perspektiven und ein eigenes Einkommen. Die Organisation unterstützt ProduzentInnen bei der Vermarktung von Produkten aus heimischen Rohmaterialien. Sie nutzen getrocknete Blüten und Pflanzenfasern, die sie u. a. zu handgefertigten Grußkarten verarbeiten. in letzter Zeit wurden darüber hinaus zunehmend Designs mit recycelten Materialien entwickelt. Heute sind mehr als 200 KunsthandwerkerInnen mit der Herstellung und dem Verkauf der Produkte beschäftigt. Für Menschen in ländlicher Umgebung, die kaum Einkommensquellen haben, wurden so neue Perspektiven geschaffen. Frauen spielen bei Salay eine besondere Rolle: Die Gründerin  ist eine Frau, das Management besteht überwiegend aus Frauen und sie stellen auch die Mehrheit der Angestellten. Über verschiedene Gremien ist eine demokratische Beteiligung der Mitarbeiter an allen wichtigen Entscheidungen gewährleistet. So wird auch gemeinsam analysiert, welche Produkte für die Zukunft Erfolg versprechend sind.

 

EMA Indien

EMA (Equitable Marketing Association) organisiert Kontakte zu Fairhandels-Organisationen in aller Welt, um Kunsthandwerker  bei der Vermarktung ihrer Produkte zu unterstützen.

Vor den Toren Kalkuttas, in Baruipur, betreibt die Organisation ein 'Development Centre', das über eigene Produktionsstätten verfügt. Hier findet auch die Produkt- und Designentwicklung  statt. Hier werden Textilien, Lederprodukte, Kerzen, Räucherstäbchen und Musikinstrumente hergestellt. In den Werkstätten finden auch viele Kunsthandwerker mit Behinderungen eine feste Arbeit. Das Zentrum ist nicht nur als Werkstatt, sondern zugleich als Begegnungsort für die Mitarbeiter konzipiert. Die Arbeit bei EMA bedeutet für viele hier, erstmals jeden Tag eine warme Mahlzeit sowie ein festes Einkommen zu bekommen.  

Neben den Mitarbeitern im Development Centre arbeitet EMA mit weiteren ProduzentInnengruppen zusammen.  Entscheidend ist dabei, dass die Gruppen demokratisch organisiert sind, zum Beispiel in Form einer Kooperative. Die ProduzentInnen erhalten Unterstützung durchSchulungen und  im Verkauf ihrer Produkte. Auch Schulstipendien werden an die Kinder von Familien vergeben, um diese aus dem Kreislauf von Armut und Abhängigkeit zu befreien. 

 

Die Informationen über die Handelspartner stammen von dem Fairhandels-Importeur  El Puente.

 

Produkte dieser beiden Organisationen finden Sie bei uns Im Sozialladen.

Wussten Sie schon, dass einer der großen deutschen  Fair-Handels-Importeure sich ganz in Ihrer Nähe in Oberschwaben befindet? Es handelt sich um WeltPartner (früher dwp) in Ravensburg. WeltPartner pflegt eine jahrzehntelange  Zusammenarbeit mit der philippinischen Menschenrechtsorganisation Preda des irischen Paters Shay Cullen, die sich für Gefängniskinder einsetzt und mit verschiedenen sozialen Projekten gegen Kinderprostitution kämpft. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Verarbeitung und der Vertrieb fair gehandelter Mangos.  So hat Preda für viele Familien in den ländlichen Regionen  der Philippinen ein festes Einkommen und damit die Grundlage für ein Leben in Würde geschaffen. Sie können auf ihrem Land bleiben und ihre Kinder zur Schule schicken und landen nicht  in den Slums von Manila. (Die leckeren Mango-Produkte gibt es übrigens im Sozialladen.

WeltPartner engagiert sich aber auch in unserer Region:  Seit 1996 besteht eine Zusammenarbeit mit der BruderhausDiakonie. 50 Personen mit psychischen Beeinträchtigungen arbeiten bei Weltpartner auf integrativen Arbeitsplätzen. Sie übernehmen Dienstleistungen in den Bereichen Abfüllung, Verpackung und Etikettierung. So ermöglicht der Faire Handel auch bei uns Teilhabe von Menschen, die mit einer Benachteiligung leben müssen.

Quelle WeltPartner  Ravensburg

 

Christa Magauer