Geschafft - Offizielle Einweihung des Gemeindesaals am 03.11.2019

Rede zur offiziellen Gemeindesaaleinweihung

Als ich vor kurzem auf unserer eigenen Homepage gestöbert habe, ist mir ein geschichtlicher Bericht von Pfarrer Schmid ins Auge gesprungen. 

Er berichtete von den Anfängen unserer evangelischen Kirchengemeinde in Aulendorf. In diesem Bericht gibt es auch Schwarzweiß-Bilder vom Bau unserer Kirche und dem darunter liegenden Gemeindesaal, dem Pfarrhaus und dem Kindergarten um das Jahr 1953.

Heute, 66 Jahre später, werden an manchen Orten Kirchen oder ganze Gemeindezentren in Deutschland wieder geschlossen. Es fehlt an Gemeindemitgliedern und es schmerzt mich, wenn ich von diesen Schließungen lese.

Damals haben sich Kirchenmitglieder - nach dem Krieg in Aulendorf - am Bau unseres Gemeindezentrums eigenhändig beteiligt. Welche Wünsche, Hoffnungen und Träume hatten die Menschen auf den Schwarzweiß-Bildern, als sie damals in Aulendorf endlich ein eigenes evangelisches Gemeindezentrum bauen konnten? 
Es ging damals um Aufbruch und nicht um Rückzug. Diese Gedanken hatte ich auch, als wir uns an die Planungen der Sanierung unseres Gemeindesaals machten. 

Auch wir möchten unsere Kirchengemeinde weiterbauen - weiterentwickeln. 

Der Gemeindesaal war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Versammlungsraum für unsere Kirchengemeinde. Wahrscheinlich verbinden viele von uns das ein oder andere Erlebnis mit diesem Ort. Hier kamen Menschen ins Gespräch, verschiedenste Gruppen haben sich hier getroffen, Gemeindefeste, Hochzeitsfeiern oder Konfirmation-Feiern fanden hier statt. Ja, dieser Gemeindesaal stand neben dem Gottesdienst in unserer Kirche oftmals im Mittelpunkt unseres Gemeindelebens und hatte seine eigene Geschichte.

 

Er strömte Geschichte aus - aus allen Poren - im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Leider verströmte unser Gemeindesaal auch einen typischen markanten „Gemeindesaal“-Geruch. Dieser Geruch drang in alle Kleidungsstücke und wir konnten diesen Mangel nicht länger ignorieren. Er rührte von der Feuchtigkeit und vom Bitumen unter dem Parkett. Der KGR musste handeln.

Mit der Unterstützung vieler Spender und durch die tatkräftige Mitarbeit vieler Helfer an unserem Bausamstag am 13. Juli konnten wir endlich mit der Sanierung unseres Gemeindesaals beginnen.

Fast 28.000 € Spenden haben wir für die Sanierung des Gemeindesaals und der Küche erhalten. 

Zu diesem sehr großen Betrag haben auch die Benefizveranstaltungen beigetragen. 

Denken sie an den literarisch-musikalischen Abend, an den Diavortrag oder an das tolle Serenaden-Konzert mit dem Posaunenchor und den Thomas-Blockflöten. Herzlichen Dank an die Initiatoren dieser Veranstaltungen. 

Das waren Frau Katarina Bauer, Frau Dietlind Zigelli, Herr Dirk Jacob und Herr Gerhard Uhrig.

 

Allen Spendern möchten der KGR seinen herzlichen Dank aussprechen. Nur aus einer Gemeinschaft heraus, lassen sich solch große Projekte stemmen.

 

Wenn sie jetzt die Augen schließen und ihre Nase bemühen – ist dieser unangenehme typische Gemeindesaalgeruch von früher verflogen.

Ich hoffe, sie sind mit mir einer Meinung - die großzügige Sanierung hat sich gelohnt! 

 

  • Der helle Raum mit den neuen wärmeisolierenden Fenstern, die helle Schallschutzdecke und der Parket-Fußboden in seinem warmen Farbton ergeben einen einladenden Gemeindesaal. 
  • Nun können wir endlich die nicht benötigten Stühle und Tische in einem Abstellraum lagern. 
  • Die Schränke befinden sich ebenfalls im Abstellraum. 
  • Nach der Demontage der alten Schränke ist der Gemeindesaal nun breiter geworden und hat auf der Innenseite eine „gefällige“ Wölbung. Mich erinnert die Wölbung an einen Schiffsrumpf, sie könnte für ein Gemeindeschiff stehen, frei nach dem Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt.“ 
  • Die energieeffiziente LED-Beleuchtung reduziert den Stromverbrauch. 
  • Eine ahornfarbige, schallisolierende Trennwand ermöglicht nun wirklich, dass beide abgeteilten Räume von Gruppen genutzt werden können. 
  • In der Küche geben die neuen Möbel nun nicht mehr ihren Geruch an das Geschirr weiter. 
  • Und zu guter Letzt - wir haben generell die Elektrik und die Lautsprecherübertragung auf den neuesten Stand gebracht. 

Sie merken, ich bin mit der Umsetzung der Sanierung sehr zufrieden. Ich hoffe sie auch?

Daher gebührt dem Architekten Herrn Buffler und den ausführenden Handwerkern mein herzlicher Dank. Mit Herrn Buffler arbeitet unsere Evangelische Kirchengemeinde schon seit längerer Zeit sehr partnerschaftlich zusammen. Wir konnten uns jederzeit auf seine Angaben bezüglich Kosten, Zeiten und die technische Planung verlassen. 
Die unterschiedlichen Handwerker für die jeweiligen Gewerke haben unsere Vorstellungen tatkräftig realisiert. Meinen herzlichen Dank für ihre professionelle Arbeit und die termingerechte Umsetzung. Viele Handwerksbetriebe haben zu diesem Gelingen beigetragen. 

Nochmals meinen herzlichen Dank!

 

Jetzt wünsche ich uns, dass wir diese „äußerlichen“ Räumlichkeiten mit „innerem“ Gemeindeleben füllen. 
Die verschiedensten Gemeindegruppen sollen sich darin wohl fühlen. 


Ich wünsche mir fröhliche Gemeindefeste, die auch unsere Kirchengemeinde zusammenhalten. 


Dem KGR wünsche ich gute und zielgerichtete Entscheidungen in den Sitzungen für unsere Kirchengemeinde. 
Der freie Austausch über den (eigenen) persönlichen Glauben und die Unterschiedlichkeit eines jedes Einzelnen soll hier immer möglich sein. 
Ich wünsche mir einen „einladenden Geist“ in diesen Räumlichkeiten, der keinen und keine ausschließt, egal ob Jung oder Alt.  
Einen Raum, in dem wir uns zu unseren evangelischen Wurzeln klar bekennen dürfen und gleichzeitig Ökumene leben.
Es liegt an uns als Gemeinde, diesen Versammlungsraum mit Leben, Wärme und über der Zeit mit neuer Geschichte zu füllen.

 

Bis zum nächsten Umbau in 66 Jahre.

Guido Winkhardt