ThomasMesse

ThomasMesse in der Evangelischen Thomas-Kirche Aulendorf

Ein Gottesdienst für Suchende, Zweifelnde und andere gute Christen.

ThomasMesse - Was ist das?

Im vielstimmigen Konzert alternativer Gottesdienstformen, gehört die Thomasmesse zu den ersten Versuchen, neben Familiengottesdienst und Jugendgottesdienst eine erlebnisreiche und beteiligungsoffene Form des Gottesdienstes (in Ergänzung zum klassischen am Sonntagmorgen) zu etablieren, eine Form, die den Fragen und Zweifeln moderner Zeitgenossen bewusst entgegen kommt, ihren kulturellen Prägungen und Vorlieben deutlicher Raum gibt als es dem „Normalgottesdienst“ möglich ist. Namengeber ist Thomas, der Zweifler unter den Jüngern Jesus, der zum Glauben ein Stück sinnliche Anschauung, unmittelbares Erleben gebraucht hat – was vielen Zeitgenossen ähnlich geht.

Ursprünglich in Finnland beheimatet, kam die Thomasmesse Anfang der 90er Jahre nach Deutschland und verbreitete sich rasch in vielen deutschen Stadtgemeinden.

Grundsätzlich ökumenisch ausgerichtet, fasste sie vor allem in evangelischen Gemeinden Fuß. Zur Zeit gibt es im Raum der EKD über 80 Initiativen.

Besondere Merkmale der ThomasMesse.

  • Vorbereitung und Gestaltung liegen bei einem gemischten Team aus Theologen und Laien, in dem Pfarrerinnen und Pfarrer ihre Rolle eher moderierend als leitend verstehen. Mehrere Treffen sind nötig, bis ein Konzept „steht“. Vor der Messe treffen sich alle zur Vorbereitung des Gottesdienstraumes, Installation von Technik und Sprechprobe.
  • Inhaltlich richtet sich die ThomasMesse an einem Thema aus, das die Teammitglieder gemeinsam bestimmen. Lebensweltliche Themen, (kirchen)jahreszeitliche Impulse und biblische Motive beeinflussen und bereichern sich dabei gegenseitig. Die kirchliche Lese- und Predigtordnung spielt eine untergeordnete Rolle. Elemente wie Bildbetrachtung, Spielszene, Hörbild und Erzählung stehen gleichwertig neben klassischer Predigt (häufig von GastpredigerInnen gehalten).
  • Musik spielt in der ThomasMesse eine bedeutende Rolle, dabei weniger die klassische Kirchenmusik als vielmehr modernes gesitliches Liedgut, Taizé-Gesänge, Gospelmusik, geistliche Popularmusik. Keyboard, Schlagzeug, Band treten an die Stelle der Orgel, deren Einsatz nur gelegentlich gefragt ist. Häufig treten Gospelchöre oder Singteams in Aktion, die den Gesang der Gemeinde stützen und verstärken, einen besonderen Sound in den Kirchenraum bringen und damit eine andere Atmosphäre gestalten helfen: locker, fröhlich, entspannt, „leicht“.
  • Charakteristische Eigentümlichkeit ist die sogenannte „Offene Zeit“, ein Zeitfenster von 20-30 min mitten im Gottesdienst, wo den Gottesdienstbesuchern Möglichkeit gegeben wird, besondere Angebote an unterschiedlichen Stationen im Kirchenraum wahrzunehmen: thematische Vertiefungen, Aufschreiben von persönlichen Gebetsanliegen, die später nach Wunsch veröffentlicht werden, Stilles Gebet mit Kerzen, freie Kommunikation um einen Getränketisch, persönliche Salbung und Segnung in einem geschützten Raum, Angebot zu seelsorglichem Gespräch, meditativer Tanz ect. Kinder und Jugendliche finden häufig ein Angebot zu kreativer Betätigung.
  • Im Schlussteil des Gottesdienstes sind alle zur Feier des Abendmahls eingeladen (deshalb „Messe“), wobei im Zuge evangelischer Gastfreundschaft die Konfession keine Rolle spielt.In der Gesamtatmosphäre der Thomasmesse erfährt auch das Abendmahl eine neue Akzentuierung: ohne an Ernsthaftigkeit einzubüßen, kommt der Aspekt der Gemeinschaft stärker zum Ausdruck, Freude, Heiterkeit und eine zuversichtliche Stimmung treten an die Stelle der sonst häufig empfundenen Düsternis und Beklemmung beim Feiern des Mahls.
  • Nach Beendigung des Gottesdienstes kommt es häufig noch zu Gesprächen zwischen Gottesdienstbesuchern und Teammitgliedern. Einträge in einem Gästebuch geben dem Team Rückmeldung über Gelungenes und Verbesserliches.

Was Teilnehmenden an der ThomasMesse gefällt!

  • Die Vielfalt der Impulse (Verkündigungsteil – Offene Zeit – Abendmahlfeier) kommt den unterschiedlichen Erwartungen von Menschen an gottesdienstliches Erleben entgegen. Alle Sinne werden angesprochen, „Kopf – Herz –Hand“ sind beteiligt.
  • Im Unterschied zum klassischen Gottesdienst, dessen Teilnehmer sich in der Liturgie, im Gebrauch eines Gesangbuchs, in Details des Rituals auskennen müssen, um sich am richtigen Platz zu fühlen, verlangt die Thomasmesse keine geschulte und geübte Beteiligung. Jeder kann hier mitmachen, egal ob kirchennah oder kirchenfern geprägt. Niemand wird zum Mitmachen genötigt. Einzelne bleiben auch während der Offenen Zeit an ihrem Platz und nutzen die Gelegenheit für ungestörtes Nachdenken, Sinnieren, Träumen.
  • Die Ausrichtung an lebensweltlichen und religiösen Themen erleichtert es den Teilnehmenden, eigene Fragen und Probleme im Gottesdienst wieder zu finden und für sich zu bedenken. Die intensive Vorarbeit im Team bietet eine gewisse Gewähr dafür, dass im Gottesdienst zur Sprache kommt, was „die Leute“ beschäftigt. Da sind die Laien im Team oft näher „dran“ als die Professionellen – und das spürt man den Gottesdiensten ab, genau das wird von den Besuchern geschätzt.
  • Die andere Gottesdienstzeit – meist am frühen Abend (18.00 oder 19.00 Uhr) wird von Langschläfern und anderen „Morgenmuffeln“ gern angenommen. 

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